Die Branche

Branche 1Eine Sportwette ist eine Wette, bei der Geld auf das Eintreffen eines Sportereignisses gesetzt wird. Die Sportwetten erfreuen sich in allen Gesellschaftsschichten immer größerer Beliebtheit, denn im Gegensatz zu Glücksspielen wie Lotto besteht eine reale Gewinnchance. Obwohl Sportwetten in der Öffentlichkeit oft als Glückspiel wahrgenommen werden, kann diese Gewinnchance durch die Wettabgebenden optimiert werden etwa durch einen Informationsvorsprung oder durch mathematische Berechnungen über z.B. Spielerstatistiken.

 

„Gestern“

Die Geschichte der Sportwetten ist eng verknüpft mit der Entstehung des sportlichen Wettkampfs. Erste Aufzeichnungen von offiziellen Sportwetten sind im Jahr 676 v. Chr. dokumentiert, als bei den Olympischen Spielen auf den Ausgang eines Wettkampfes Geld oder Vermögensgegenstände gesetzt wurden. Im Mittelalter wurde dann auf den Ausgang von Ritterturnieren gewettet und ab dem 18. Jahrhundert erlebten die Sportwetten in Großbritannien ihren großen Aufschwung: Bei Pferdewettrennen wurden sie dazu genutzt, um mit den Einnahmen die Veranstaltung selbst zu finanzieren.
Sportwetten werden dabei ab 1921 nicht mehr nur bei den dafür klassischen Sportarten wie Pferderennen oder Boxen ausgetragen, es begann sich die Fußballwette als populärste Art der Sportwetten zu etablieren, da in diesem Jahr die Toto-Wette in England eingeführt wurde. Ab 1960 begann dann die Legalisierung einiger Wettbüros in England.
Heute dominiert die Fußball-Sportwette auf Spiele der europäischen Spitzenligen, der europäischen Pokalwettbewerbe und auf Länderspiele.

 

„Heute“

Branche 2International bieten viele Wettfirmen Sportwetten auf vielzählige Sportereignisse an und erreichen damit weltweit einen Jahresumsatz zwischen 700 Milliarden - 1 Billion US-Dollar. In Deutschland werden jährlich Einsätze in Höhe von etwa vier Milliarden Euro abgegeben.
Neben dem staatlichen Wettanbieter ODDSET gibt es eine Vielzahl von privaten Anbietern. Das Anbieten von Sportwetten ist in Deutschland genehmigungspflichtig, war aber aufgrund des „Staatsvertrags zum Lotteriewesen in Deutschland“ tatsächlich praktisch nicht genehmigungsfähig bzw. umsetzbar. Im Jahr 2006 hat das Bundesverfassungsgericht jedoch entschieden, dass ein Staatsmonopol für Sportwetten dem Grundgesetz sowie auch dem Europarecht widerspricht. So legitimieren sich die privaten Wettanbieter aktuell aufgrund einer europarechtlichen Regelung mit einer legalen Lizenz in einem anderen Mitgliedsland der EU. Durch den Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der seit dem 01.07.2012 in Kraft ist, ist eine Liberalisierung für die privaten Wettanbieter auch über Lizenzen in Deutschland vorgesehen, so dass der Markt für Sportwetten weiter deutlich wachsen wird. Dieses Verfahren ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Lediglich das Bundesland Schleswig-Holstein hat seit dem 15.07.2013 eine Landesverordnung über den stationären Vertrieb von Sportwetten eingeführt, bei dem unter strengen Kriterien lediglich für das Bundesland Schleswig-Holstein gültige deutsche Lizenzen vergeben werden.

 

Die Shops

Bei der traditionellen Form der Wettabgabe begibt sich der Kunde in ein Wettbüro oder eine Wettannahmestelle, wo er einen Wettschein ausfüllt und den Wetteinsatz in bar hinterlegt. Inzwischen wird auch die Wettabgabe per Internet sehr häufig genutzt.
Diese Wettbüros bzw. Wettannahmestellen werden durch die großen marktführenden Wettanbieter meist in Form eines Franchise-Systems betrieben: Hierbei bietet der Wett-Anbieter das Know-How und die Corporate Identity („CI“), das Marketingmaterial, die Hardware, Schulungen und persönliche Beratung, während der Franchise-Nehmer sich und die Ladenfläche mit einbringt.